Freitag - 8. Dezember 2017

Bayer Bitterfeld GmbH verleiht seit 10 Jahren einen „Wissenschaftspreis“

Gleich zwei Wissenschaftler ausgezeichnet

Preisträger studierten an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
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im Bild (v.l.): Prof. Wolfgang Sippl, Dr. Adrian Richter, Dr. Wolfgang Fischer

Halle/Saale, 8. Dezember 2017 – Bereits zum zehnten Mal verlieh die Bayer Bitterfeld GmbH den „Wissenschaftspreis“ des Unternehmens für hervorragende Dissertationen an der Martin-Luther-Universität Halle, Institut für Pharmazie. In diesem Jahr konnten während der feierlichen Zeugnisübergabe an die Absolventen der Fachrichtung Pharmazie in der historischen Aula der Martin-Luther-Universität gleich zwei Preise übergeben werden.

Die eingereichten Arbeiten wurden von einem Kuratorium bewertet, das sich aus Vertretern der Bayer Bitterfeld GmbH und Professoren der Universität zusammensetzte. Die Jury ließ sich von Kriterien leiten wie dem hohem wissenschaftlichen Wert der Arbeit, von wissenschaftlichen Veröffentlichungen in renommierten Publikationen, hervorgegangen aus der Dissertation, und von der Anfertigung der Arbeit an der Martin-Luther-Universität. Nach der Bewertung erhielten gleich zwei junge Wissenschaftler, Dr. Rico Schwarz und Dr. Adrian Richter, je eine Auszeichnung.

Dr. Rico Schwarz promovierte bei Prof. Dr. Andrea Sinz, Institut für Pharmazie – Abteilung für pharmazeutische Chemie und Bioanalytik. Hier entwickelte er in seiner Dissertation eine vielversprechende Methode, um ligandeninduzierte Konformationsänderungen an nukleären Rezeptoren, wie Peroxisorn-Proliferator-aktivierten Rezeptoren (FPARs), zu untersuchen. PPARs spielen eine bedeutende Rolle für die Regulierung des Energiehaushaltes der Zelle und sind daher wichtige Targets für die Entwicklung neuer Arzneistoffe. Zur Charakterisierung der Wechselwirkungen zwischen PPAR-α und -ß/δ mit potentiellen Arzneistoffen setzte Rico Schwarz eine Kombinationstechnik aus Quervernetzungsexperimenten und Massenspektrometrie ein.

Dr. Rico Schwarz gelang es, unnatürliche, photoaktivierbare Aminosäuren an definierten Positionen in PPARs einzubauen. Er konnte somit Rückschlüsse auf die Bindungsmodi verschiedener niedermolekularer Agonisten und Antagonisten an PPARs ziehen. Der entscheidende Vorteil dieses Ansatzes liegt in seinem geringen Substanzverbrauch und seiner Anwendbarkeit auf verschiedenste Proteinsysteme. Die Arbeiten von Dr. Rico Schwarz wurden in internationalen Fachzeitschriften (Journal of Medicinal Chemistry und P/oS One) veröffentlicht, was die hohe Qualität seiner Arbeit verdeutlicht.

Dr. Rico Schwarz nahm die Glückwünsche zur Preisvergabe persönlich von Dr. Wolfgang Fischer, Bayer Bitterfeld GmbH, entgegen.

Der zweite Preisträger, Dr. Adrian Richter, beschäftigte sich in seiner Dissertation mit der Synthese und Testung von Derivaten der im Hans-Knöll-Institut Jena entdeckten anti-mykobakteriellen Benzothiazinone (BTZs). In einer Laudatio beschrieb Prof. Dr. Peter Imming den Inhalt der Arbeit wie folgt:

Mycobakterium tuberculosis, der Erreger der Tuberkulose (TB), ist der weltweit verbreitetste und zur höchsten Zahl von Todesfällen führende pathogene Keim. In Europa besteht die Gefahr der Einführung mehrfach (MDR) bis multiresistenter (XDR) Mykobakterien. Bei Behandlungskosten von ca. 200.000 Euro pro MDR-Patient und bei einer Behandlungsdauer von ca. zwei Jahren wären hier schon wenige hundert Fälle pro Jahr ein großes Problem – nicht nur für den einzelnen Patienten – sondern auch für das Gesundheitssystem. Die Erforschung von antimykobakteriellen Stoffen durch akademische Gruppen ist daher sehr sinnvoll. So entwickelte sich eine enge Kooperation zwischen der universitären Arbeitsgruppe und dem industriellen Partner durch das „Diseases of the Developing World“ – Projekt von GlaxoSmithKline.

Dr. Adrian Richter bringt durch seine Arbeiten im Wesentlichen die folgenden Erkenntnisse ein, die eine erfolgreiche Entwicklung der hochaktiven antimykobakteriellen Benzothiazinone fördern werden:

(1) die Synthese von BTZs mit subnanomoralen minimalen Hemmkonzentrationen gegen den Tuberkuloseerreger auf einem Weg, der mit weniger Stufen auskommt als die bisher veröffentlichten und ohne Edukte, die für eine GMP-konforme Synthese ungeeignet sind;
(2) die Synthese von Nitroso-BTZs, die literaturbelegt von anderen Arbeitsgruppen versucht wurde, aber ohne Erfolg blieb;
(3) die sehr detaillierte Untersuchung von Kinetik und Mechanismus der Interaktion von BTZs und BOZs mit dem Target Enzym, der mykobakteriellen Riboseepimerase DprE1.
(4) Besonders innovativ ist Adrian Richters Beobachtung eines neuen Mechanismus der Hemmung des Zielenzyms DprE1, der ganz neue Möglichkeiten der Hemmung von DprE1 und damit des Bakterienwachstums eröffnet.

Dr. Adrian Richter präsentierte seine Ergebnisse in Ausschnitten auf international hochrangigen Fachtagungen: der Tagung „Tuberculosis 2016“ in Paris (Poster) und den Gordon-Konferenzen „TB Drug Development“ in Lucca 2013 und in Girona 2016.

Prof. Dr. Peter Imming, Betreuer von Dr. Adrian Richter am Institut für Pharmazie, nahm den Wissenschaftspreis der Bayer Bitterfeld GmbH stellvertretend für Dr. Richter entgegen. Der Preisträger erhielt direkt im Anschluss an seine Promotion eine Postdoc-Stelle. Er forscht zurzeit in der renommierten Arbeitsgruppe von Prof. Av-Gay an der University of British Columbia in Kanada.

Dr. Wolfgang Fischer, Repräsentant der Bayer Bitterfeld GmbH, sagte: „Mit der Verleihung des Wissenschaftspreises folgen wir einer langen Tradition der Bayer AG, wissenschaftliche Leistungen anzuerkennen. Mit dem Preis wollen wir aber auch auf uns aufmerksam machen als hochmoderner Produktionsstandort und interessanter Arbeitgeber in unmittelbarer Nähe zur Universität“.

„Wir freuen uns, dass die einheimische pharmazeutische Industrie durch die Verleihung von Preisen die Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses im Institut für Pharmazie an unserer Universität national sichtbar unterstützt“, so Prof. Dr. Wolfgang Sippl, Direktor des Instituts für Pharmazie.

Bayer: Science For A Better Life
Bayer ist ein weltweit tätiges Unternehmen mit Kernkompetenzen auf den Life-Science-Gebieten Gesundheit und Agrarwirtschaft. Mit seinen Produkten und Dienstleistungen will das Unternehmen den Menschen nützen und zur Verbesserung der Lebensqualität beitragen. Gleichzeitig will der Konzern Werte durch Innovation, Wachstum und eine hohe Ertragskraft schaffen. Bayer bekennt sich zu den Prinzipien der Nachhaltigkeit und handelt als „Corporate Citizen“ sozial und ethisch verantwortlich. Im Geschäftsjahr 2016 erzielte der Konzern mit rund 99.600 Beschäftigten einen Umsatz von 34,9 Milliarden Euro. Die Investitionen beliefen sich auf 2,2 Milliarden Euro und die Ausgaben für Forschung und Entwicklung auf 4,4 Milliarden Euro. Weitere Informationen sind im Internet zu finden unter www.bayer.de.

Mehr Informationen finden Sie unter www.bayer.de.

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